Erzählungen

Erzählungen aus der frühen Laufsportgeschichte Ostwestfalens.

Der Trümmerläufer

„Fünfundsechzig...sechsundsechzig", brüllen die Trainer und Betreuer nach den ersten 400 Metern vom Bahnrand. Man müsste die Fahrt so hoch halten", denkt Richard, „dann gehen wir die 800 m in 2:10 durch, und das wäre für den Spurtläufer Kurt gar nicht so gut." Der Lipper an der Spitze ist offenbar ein gnadenloser Tempobolzer; er zieht seine Anfangsgeschwindigkeit unerschrocken durch und reißt damit das Feld schnell auseinander. Als sie die 800 Meter Marke in exakt 2:10 Minuten passieren, hat er alle bis auf Kurt Czerwinski und Richard Groth abgeschüttelt. Jetzt schert Czerwinski aus, setzt sich an die Spitze und verlangsamt unmerklich die hohe Fahrt. Der lippische Läufer, der sich offenbar mit seinem hohen Anfangstempo übernommen hat, scheint die Tempoverschlep-pung dankbar anzunehmen; er tut jedenfalls nichts, um Kurt wieder von der Spitze zu verdrängen. Von hinten rücken einige zurückgefallene Läufer wieder heran...

Silber mit Goldrand

Eine Erzählung aus der

Gründerzeit der Volksläufe

Herausgegeben zum 21. Finnenbahn-Meeting 2014

von  Peter Gehrmann

 
 
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