Geschichte der ASG Teutoburger Wald

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Mit dem Ausdauer-Zehnkampf fing es an


Die Gründung der Ausdauersportgemeinschaft Teutoburger Wald (ASG) fiel in eine sportgeschichtlich sehr interessante Epoche, die Zeit nämlich, in der die Ausdauersportarten aus ihrer Isolierung erwachten.

Bis in die Anfänge der siebziger Jahre hinein standen sich die verschiedenen Ausdauersportarten wie Langstreckenlauf, Skilanglauf, Radfahren oder Schwimmen trainingsmethodisch eher feindlich gegenüber. Der Leichtathletiktrainer predigte seinen jungen Läufern Verhaltensweisen, die jeden Ausflug in eine andere Sportart praktisch verteufelten: „Vom Radfahren bekommst du Knollenwaden“ oder „Schwimmen ist Gift für den Läufer“, Mehr und mehr aber stellte sich die Unhaltbarkeit dieser aus Vorurteilen geborenen Sprüche heraus, die wohl manchem bewegungshungrigen Athleten Teile seiner sportlichen Jugend gestohlen haben.

Der ASG- Gedanke entsprang dem sportlichen Erlebnishunger der ersten ostwestfälischen Wasaläufer, die sich hier nach dem 90 km Skilanglauf 1971 auf der Fährfahrt zurück von Skandinavien  über die Ostsee befinden.(Von links) AlbertHilker, Georg Buchner, Klaus Blome, Werner Thorenmeier, Peter Gehrmann, Wolfgang Schlüter.So stiegen im Laufe der Zeit immer mehr Läufer gelegentlich auf’s Rad und verspürten dabei eher eine allgemeine Verbesserung ihres läuferischen Leistungsniveaus als eine Leistungseinbuße durch die bis dahin vielgeschmähte angebliche muskuläre Fehlentwicklung. Die sportlichen Dauerleister erkannten den Reiz der Vielseitigkeit und wagten sich immer mehr über die Grenzen der einzelnen Disziplinen hinaus in andere Ausdauersportbereiche. So war es kein Wunder, dass irgendwann- praktisch aus einer sportlichen Wette heraus- der Triathlon- Gedanke entstand, der in sehr kurzer Zeit weltweit einen gewaltigen Boom erlebte, und auf einmalig kurzem Wege ins olympische Programm kam.

 

 


Der Ausdauerzehnkampf war die Basis

Auch für die Gründungsmitglieder der ASG, die damals als Skilangläufer im Bielefelder Skiclub einander gefunden hatten, wurde der Gedanke des Ausdauermehrkampfes eine faszinierende sportliche Idee. Der Ausdauerzehnkampf wurde geboren. Im Sommer 1975 trugen 27 überwiegend aus dem Skiclub kommende Läuferinnen und Läufer den ersten Ausdauerzehnkampf in folgenden Disziplinen aus:

  • 300 m Freistilschwimmen
  • 1000 m Freistilschwimmen, beides im Fischerteich-Freibad zu Pivitsheide
  • 18 km Straßenlauf auf der sog.“Vogelparkrunde“
  • 10 km Waldlauf in der Wistinghauser Senne
  • 5000 m Bahnlauf auf dem Stukenbrocker Sportplatz
  • Berglaufen, den Lippischen Velmerstot hinauf
  • 3000 m Einzelgeländelauf durch die Stapelager Senne
  • Rad- Bergzeitfahren den Preußischen Velmerstot hinauf
  • 57 km Radrennen auf der Sennerandstraße
  • 800 m Kajak im Einer auf der Ems, gegen die Strömung.

Sieg und Platz in der Gesamtwertung wurden durch eine Punktewertung auf der Basis des prozentualen Rückstandes auf die jeweilige Siegerzeit ermittelt. Zum beliebtesten Wettkampf wurde damals der Einzellauf  durch die Stapelager Senne gekürt. Beim 2. Ausdauerzehnkampf 1976 gab es einige Veränderungen. Die beiden Ausdauerzehnkämpfe 1975 und 1975, die geprägt von spannenden, ja, manchmal dramatischen Wettkämpfen waren, wurden von Peter Gehrmann gewonnen.

 


Vereinsgründung auf der Terrasse

Aus der großartigen sportlichen Atmosphäre des Zehnkampfes heraus kam der Gedanke zur Gründung eines Vereines, in dem man die Ausdauersportarten in dieser Weise betreiben und pflegen wollte. Ganz spontan- es war als sich Dr.Wolfgang Schlüter und Peter Gehrmann zu einem Laufwettkampf bei Borgholzhausen warmliefen - zündete die Idee, die dann auch sehr schnell umgesetzt wurde. Am Abend des 1. Juli 1976 trafen sich in Sende, Holunderweg 39, die sieben Gründungsmitglieder Dieter Streicher, Georg Buchner, Albert Hilker, Röschen Hilker, Werner Thorenmeier, Brunhilde und Peter Gehrmann mit dem Rechtsanwalt Dr. Wolfgang Schlüter. Dieser hatte eine Satzung vorbereitet, die nach kurzer Diskussion als Vereinssatzung anerkannt und gewählt wurde. Nur der § 4 der Satzung wurde durch den handschriftlichen Nachtrag ergänzt: „Der Verein hat keine passiven Mitglieder“.
Der Verein wurde Ausdauersportgemeinschaft( ASG) Teutoburger Wald  genannt; sein Sitz sollte in Bielefeld sein. Die Vereinsfarben wählte man grün, weiß, schwarz. Besonderheit der ASG sollte sein, die Verbandszugehörigkeiten zu kombinieren und dadurch Aufwand und Kosten zu sparen. Der erste Vorstand setzte sich zusammen aus Peter Gehrmann als erstem Vorsitzenden, Dieter Streicher als zweitem Vorsitzenden und Röschen Hilker als Kassenwartin.
Der Verein wurde am Tage darauf beim Amtsgericht Bielefeld angemeldet, und dann trat der Anwalt Dr. Wolfgang Schlüter selbst als erstes Neumitglied der ASG bei.
Die Mitgliederzahl vergrößerte sich rasch. Die ASG organisierte sich gemäß den Wettkampfwünschen  der Einzelmitglieder  in den Fachverbänden für Leichtathletik (DLV), im Skilauf(WSV), im Orientierungslauf (WSV, später DTB) und zwischenzeitlich einige Jahre im Triathlon (DTU)

Wettkämpfe,  Freundschaften.... und neue  Mitglieder

Die sog. Vogelparkrunde in Sende als erste Trainingsstrecke der ASG schuf die Basis für so manch gute Leistung der ersten ASG-Läufer. Wir waren zur Gründerzeit leistungsmäßig hauptsächlich in Richtung Volks- und Straßenlauf konzentriert, obwohl unsere Orientierer damals schon einige Erfolge zu verzeichnen hatten. Aber auch für exotische Strecken hatten wir unsere Spezialisten, so wie Eckard Schulz und Dieter Streicher, die im September 1976 beim 86- km langen Karwendellauf mitmischten. Wenn man in den Aktenordnern aus diesen Zeiten blättert, so findet man dort recht interessante Ereignisse, wie beispielsweise das persönliche Duell beim Schwarzwald-Marathon im Oktober 1976 von Wolfgang Schlüter als Pionier des Hermannslaufes gegen Friedhelm Boschulte, dem  Vater der Nacht von Borgholzhausen. Der Zweikampf endete nach mehreren gegenseitigen Attacken letztlich damit, dass man 400 m vor dem Ziel Frieden schloß und gemeinsam  in 3: 42 Std eintrabte. Weiter vorn im Feld dieses Bergmarathons liefen damals Dieter Streicher mit 3: 32 und Peter Gehrmann mit 3:02 Std.
Das erste geschlossene Auftreten der ASG in der Region war der 4 x 10 km Staffellauf in Borgholzhausen, wo die ASG neben zwei Männermannschaften auch ein erfolgreiches Schülerteam bestehend aus Frank Thorenmeier, Markus Dingenotto, Horst Gehrmann und Christian Meier stellte.

 

Leistungsträger kamen

Kräftigen Zuwachs für die ASG gab es zum Jahresbeginn 1977, als Langstreckenspezialisten wie Manfred Westphal, Dieter Dippel, Burkhard Wodtke, Jochen Weißer und Reinhard Meier-Hermann hinzukamen und ferner die damals auf der Marathondistanz sehr starken Hilde und Achim Bader zusammen mit dem Skilangläufer Wolfgang Heinrich zu uns stießen. Auch der in Volkssportlerkreise sehr populäre Versehrtensportler Gerhard Pribbernow sowie Hans-Eugen und Heide Schang kamen damals zur ASG, wie auch der Holter Volksläufer Wilhelm Langhorst, der sich mit seiner ganzen Familie in die Mitgliederliste eintrug.
Hans- Günter Lenzen, ein damaliger Laufpionier aus Lipperreihe, kam mit seinen beiden Söhnen Andreas und Thomas und brachte sich sofort engagiert in die Organisation des jungen Vereins mit ein. Hier war in den ersten Jahren der ASG schließlich eine ganze Menge Pionierarbeit zu tun.

 

 


 

Die Deutschlandstaffel 77 als erstes Highlight

Bereits das nächste Jahr nach der Vereinsgründung brachte ein bedeutendes Ereignis für den jungen Verein: Die Deutschlandstaffel 77. Fast ein Jahr lang war das ziemlich gewagte Laufabenteuer akribisch vorbereitet worden, nämlich von der deutsch-dänischen bis zur deutsch-österreichischen Grenze in einer 11 x 100 Kilometer  Staffel wettkampfmäßig zu laufen. Am 15. Oktober 1977  gab der Zollvorsteher der Grenzstation Flensburg- Harrislee vor öffentlicher Kulisse den Startschuss zu dieser 1090,7 Kilometer langen Staffel, und dann ging es nonstop bis zum Ammersattel bei Oberammergau. Ununterbrochen Tag und Nacht liefen wir die 1090,7 km von  Grenze zu Grenze... so wie hier Jochen Weißer begleitet von Hubert Monert auf der Deister-Etappe
So  liefen die Deutschlandläufer ihre 100 Kilometer-Etappen:

  • Friesen-Etappe: Albert Hilker/ Günter Anklam , 13, 19 Std.
  • Elbe-Etappe: Eckard Schulz, 12, 09 Std.
  • Heide-Etappe: Werner Thorenmeier, 12, 22 Std.
  • Deister-Etappe: Jochen Weißer, 11, 21 Std.
  • Solling-Etappe:  Peter Gehrmann, 9, 55 Std.
  • Kaufunger Wald- Etappe: Achim Bader, 8, 50 Std.
  • Röhn-Etappe: Manfred Westphal, 10, 30 Std.
  • Main- Etappe: Gerhard Pribbernow: 14, 28
  • Schwaben Etappe: Dieter Dippel, 11, 02 Std.
  • Donau-Etappe: Dieter Streicher, 11,42 Std
  • Alpen-Etappe: Wolfgang Schlüter, 13,08 Std.

Die Organisation klappte reibungslos. Sie war unterteilt in eine mobile Organisation in einem mitfahrenden VW-Bus mit Hans-Eugen Schang, Rüdiger Kahre und Peter Gehrmann, sowie jeweils einem Radbegleiter für die anstehende Etappe. Dazu kam dann noch die Feststation in Schloss holte, wo Brunhilde Gehrmann täglich bis zu 60 Anrufe von Medienvertetern beantworten musste.
Am Abend des 7. Oktober erreichte  die Deutschlandstaffel  nach 126 Stunden und 49 Minuten auf dem Ammersattel bei Oberammergau den österreichischen Schlagbaum. Das Laufunternehmen wurde von vielen Gastläufern und Medienvertretern wie z.B. vom ZDF, Bayerischen Fernsehen, WDR, NDR, Deutschlandfunk, Bunte Illustrierte, begleitet, nachdem vor allem die Frankfurter Allgemeine und die Rheinische Post in großaufgemachten Vorausberichten die Staffel bundesweit bekannt gemacht hatten.
Die Schnellste Einzelzeit der Staffelläufer erzielte Achim Bader mit 8:50 Stunden auf der Kaufunger Wald- Etappe, und für die aufsehenserregendste Leistung sorgte zweifellos der gehbehinderte Gerhard Pribbernow, der die Main-Etappe mit seinem Gehstock in 14:28,50 Stunden zurücklegte.
Die Deutschlandstaffel wurde zum nicht erwarteten Medienspektakel. Auch für die Beteiligten war sie ein großes Sportabenteuer, für einige vielleicht das sportliche Highlight ihres Lebens.

Über die Deutschlandstaffel 77 schrieb Peter Gehrmann damals ein Buch, dessen 1000 Exemplare bereits nach einem Jahr vergriffen waren.  Das Laufunternehmen der jungen ASG fand auf seiner Route mehrere Nachfolgeaktionen und wurde später allgemein als Beginn der Landschafts- Staffelläufe gesehen. Die Deutschlandstaffel stand ohne unser Wissen mehrere Jahre lang als längste Staffel der Welt im Guinnes Buch der Rekorde. Wir hatten diesen Lauf nicht als einen Rekordversuch gesehen, und so war auch niemand auf den Gedanken gekommen,  ihn später im Guinnes Buch zu suchen. Durch einen Zufall, nämlich einen Zeitungsartikel über das Guinness Buch, erfuhren wir erst zwei Jahre später von  der Existenz unserer Staffel im Guinness Buch.

Als kleine Nachlese zur Deutschlandstaffel liefen wir im Frühling des darauffolgenden Jahres eine kleine Staffel nach Niedernstöcken, einem kleinen Ort in der Lüneburger Heide, wo man im Jahr zuvor bei der Deutschlandstaffel nachts mit einem Musikzug am Straßenrand auf den Läufer gewartet hatte, diesen allerdings verpasste weil er zu schnell und schon vorbei war. Die Niedernstöcken- Staffel bestand aus 10 x 10-km Etappen, in die wir damals bereits unsere Nachwuchsläufer eingebaut hatten. Als Gegner gegen diese Staffel fuhr ein ASG-Radvierer, der 4 ½ Stunden später startete und die Laufstaffel noch einholen sollte. Die Radfahrer schafften es auf den letzten 5 Kilometern.




Weiterentwicklung und Probleme

Die ASG entwickelte sich in den darauf folgenden Jahren in überwwiegend drei sportliche Interessenrichtungen: Langstreckenlauf, Orientierungslauf und Skilanglauf. Danaeben wurde das Kajak- Wandern gepflegt, welches in jedem Frühjahr bei der Teilnahme an der Weser- Marathonfahrt einen Höhepunkt fand. Das Radfahren wurde bis zur Geburt der Sportart Triathlon überwiegend als Trainingsunterstützung betrieben.
Doch neben vielen Erfolgserlebnissen mussten die ASG- Gründer in den ersten Jahren auch manche Probleme mit Fachverbänden und Sportbehörden verkraften, die vor allem mit einer  gewissen Skepsis der Funktionärsapparate und behördlichen Stellen gegen neue Wege zusammenhingen. Wie kurios das damals manchmal zuging, mag eine Begebenheit aus dem Jahre 1978 mit dem damaligen Sportamtsleiter von Bielefeld kennzeichnen.
Die ASG strebte nach dem Erfolg ihrer Deutschlandstaffel eine Neuauflage als Volkssportveranstaltung für jedermann an und wollte dazu die Stadt Bielefeld als Partner gewinnen. Fast ein Jahr lang traf  man sich deswegen zu Verhandlungen im Sportamt; es wurden schriftliche Darstellungen und Finanzkalkulationen der ASG angefordert und eingereicht. Dann, nach fast einem Jahr, erklärte der  Sportamtsleiter dem verdutzten ASG- Vorsitzenden:

Was wollen Sie eigentlich hier bei mir als Augustdorfer Sportgemeinschaft?“

Er hatte noch nicht einmal den Vereinsnamen, geschweige denn die eingereichten Anträge und Stellungnahmen gelesen.
Die ASG gab dann ihre Pläne zur Wiederauflage der Deutschlandstaffel auf.

Marathon in Bielefeld und 120 000 DM,- für die Krebshilfe

Es war ein imposantes Bild, als sich das Riesenfeld des Krebshilfe- Marathon durch die Bielefelder Bahnhofstraße wälzte. Leider ließ sich die Stadt Bielefeld später durch die Beschwerden ihrer Autofahrer beeinflussen und versagte der Weiterführung dieses Marathonlaufes ihre Zustimmung.  Zu einem nächsten Höhepunkt im Leben der ASG kam beim Krebshilfe-Marathon 1981, den die Britischen Streitkräfte und die Stadt Bielefeld in sportlicher Zusammenarbeit mit der ASG organisierten. Über 3000 Läufer waren am Start, von denen 3152 im Ziel am Bielefelder Rathaus registriert wurden und damit diesen Lauf im ersten Jahr der City- Marathonläufe teilnehmermäßig an die Spitze brachten. Rund 120 000 DM für die deutsche und englische Krebshilfe kamen durch Sponsoren und Startgelder zusammen. Mildred Scheel, die Frau des damaligen Bundespräsidenten bekam vom Bielefelder Oberbürgermeister und dem ASG- Vorsitzenden einen Scheck von 60 000,DM  zur Förderung ihrer Stiftung überreicht    

 

 



Umzug von Bielefeld nach Schloß Holte-Stukenbrock

Bei der sportlichen Leistungsentwicklung im ASG- Nachwuchs stieß die ASG schon bald an die Leistungsgrenze des Bielefelder Stadtsportbundes. Als die jungen ASG- Sportler  im Jahre 1986 Westdeutscher Mannschaftsmeister im Triathlon wurden,  und das Schwimmtraining intensiviert werden sollte, war es nicht möglich, in den Bielefelder Hallenbädern nur eine einzige Trainingseinheit von 1 1/2 Stunden im Monat für Schwimmtraining zu bekommen. Hinsichtlich der Sportstättennutzung war der „Kuchen praktisch verteilt“.  Es war niemand bereit, der ASG auch nur ein geringstes Plätzchen einzuräumen. Als der ASG-Antrag auf  Sportstättennutzung letztlich selbst in einer Sondersitzung des SSB scheiterte, sah die ASG keine Perspektive mehr in Bielefeld.
Da die überwiegende Zahl der ASG- Mitglieder ohnehin aus den östlichen Randgebieten Bielefelds, aus Sennestadt, Schloß Holte-Stukenbrock und Oerlinghausen stammte, entstand die allgemeine Willensrichtung, Bielefeld zu verlassen und sich in Oerlinghausen oder Schloß Holte- Stukenbrock anzusiedeln. Nach einem mehrmonatigen und sehr lebhaften Entscheidungsprozess  kam es letztlich in der ASG- Jahreshauptversammlung vom 27.3. 87 zu einer Abstimmung mit einem knappen Votum für Schloß Holte- Stukenbrock, welches sich hauptsächlich auf ein freundliches Aufnahmeangebot des damaligen Gemeindesportverbandes stützte. Doch nach gefallener Entscheidung war der Vorstand des Gemeindesportverbandes SHS inzwischen neu gewählt worden, und der neue Vorstand sah die Aufnahme der ASG eher skeptisch. Diese Skepsis hielt sich noch einige Jahre in verschiedenen sportlichen wie auch politischen Kreisen der Gemeinde SHS.


Leistungssport nach außen,  Breitensport daheim

Nach hervorragendem Staffellauf  bei der Orientierungslauf- WM 87 in Frankreich wechselt hier  ASG- Orientierer Markus Dingenotto (links) auf den bundesdeutschen Schlußläufer Thorsten LenzDie ASG-Mitglieder betrieben weiterhin die Ausdauersportarten Laufen, Skilanglaufen und Orientierungslauf  überwiegend als Leistungssport.
Im Orientierungslauf kamen die jungen Nachwuchsläufer Markus Dingenotto, Horst Gehrmann, Heike Bolz, Susanne und Martin Klimpel sowie später Björn Risch in die Bundeskader B und C des Deutschen Turnerbundes. Martin Klimpel, Björn Risch und Horst Gehrmann errangen Deutsche Meistertitel in der Schüler bzw. Juniorenklasse. Markus Dingenotto erreichte allein den A- Kader und stand 1987 im deutschen WM-Team bei der Orientierungslauf- WM in Frankreich. Im Altersklassenbereich kamen zu dieser Zeit fast alljährlich Meistertitel nach Schloß Holte-Stukenbrock.  Erich Montag gehört mit allein 12 Meistertiteln bis heute zu den besten Altersläufern der bisherigen deutschen OL- Geschichte.  

Auch starke Leichtathleten stießen in diesem Jahren zur ASG, von denen besonders der 5000  m- Läufer Burkhard Wrenger brillierte, als er bei den Deutschen Meisterschaften 1989 in Hannover über 5000m mit einer Spitzenzeit von 14:07 Min im Endlauf stand und u.a. noch heute einige Disziplin- und Streckenrekorde im Kreis Gütersloh hält.
Im Skisport gelangen ASG-Skiläufern immer wieder Einbrüche in die starke Phalanx der Sauer- und Siegerländer. Günter Konrad wurde Westdeutscher Meister in der AK III über 15 Kilometer, während Hilde Bader auf der 20 Km- Frauenstrecke und Peter Gehrmann über 30 Kilometer der AK II jeweils Vizemeistertitel heimbrachten.

Initiatoren und Miterbauer der Finnenbahn

Innerhalb der Gemeinde betätigte sich die ASG zuerst überwiegend in der Förderung des Laufsportes für jedermann. Sie veranstaltete im Sommer Gemeindemeisterschaften im Mittel- und Langstreckenlauf aus und widmete sich vor allem dem damaligen politischen Gedanken, die Grünflächen zwischen dem Hallenbad und dem Stadion für ein Breitensportzentrum zu nutzen. Es kam zum Bau der Finnenbahn, bei dem die ASG durch den Direktkontakt mit den Finnenbahnbau-Experten beim Schweizer Sportinstitut Magglingen sowie die Streckenfestlegung, die exakte Längenvermessung und hinsichtlich einer fachgerechten Herstellung durch die ortsansässige Gartenbaufirma Jürgenliemke mit eingebunden war. Die ASG erklärte sich gegenüber der Gemeinde bereit, die für sie machbaren Wartungs- und Pflegetätigkeiten der Finnenbahn zu übernehmen. Die anfänglich nur teilweise installierte Bahnbeleuchtung wurde durch die Gemeinde später zu einer  vollen Rundumbeleuchtung nachgerüstet, so dass den Bürgern vor allem zur dunklen Jahreszeit ein Dauerlauftraining abends nach der Arbeit ermöglicht wurde. Hiervon machte man  bald regen Gebrauch, so dass die Finnenbahn die nach dem Hallenbad meistgenutzte Sportanlage der Gemeinde  Schloß Holte- Stukenbrock wurde.

Ranglistenläufe, OL- Länderkampf, Schnatläufe.

Die Veranstaltungen, welche die ASG ausrichtete, waren als überregionale Events meistens leistungssportlichen Charakters. Zusammen mit der Bielefelder Turngemeinde und dem Bielefelder Skiclub bildete man die  Orientierungslaufgemeinschaft „Osning“, die in den ersten Jahren ihres Bestehens  OL-Veranstaltungen gemeinsam ausrichtete. Später wurden die Vereine der OLG „Osning“ jedoch so stark und eigenständig, dass sie die Veranstaltungen allein ausrichten konnten, was den jeweils nicht eingebundenen Clubs eine Startmöglichkeit im heimischen Bereich einräumte.  Mehrere Bundesranglistenläufe, eine deutsche Hochschulmeisterschaft, Deutsche Langstreckenbestenkämpfe  und verschiedene Westfalenmeisterschaften wurden mit gutem Erfolg ausgerichtet. Besonderes Highlight in der ASG- Geschichte war im Juni 1990 die Ausrichtung des zweiten Wettkampftages im einzigen OL- Länderkampf zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der damals noch bestehenden DDR. Beim Heidehaus, am Rande der Stapelager Senne, nahm Bürgermeister Hermann Humann damals die Siegerehrung der Staffelläufe vor.
Um den immer aktiver werdenden heimischen Dauerläufern eine Möglichkeit zu bieten, auch im örtlichen Bereich Flagge zu zeigen, initiierte die ASG im Herbst 1989 die Schnatläufe rund um die Gemeindegrenzen, die fortan im Zusammenwirken mit dem Gemeindesportverband durchgeführt wurden. Alljährlich nahmen rund 200 Breitensportler an den jeweils zwei Laufetappen um die Gemeindegrenzen teil und erhielten dafür den sog. Schnatläuferschein. Die ASG organisierte diese Schnatläufe neun Jahre in Folge, ehe sie die Regie bei dieser beliebten Breitensportorganisation an die Läuferinnen und Läufer vom Laufspaß Sende weitergab.


Die zweite Deutschlandstaffel:  Vom Rhein bis zur Neiße

Die Öffnung der DDR- Grenze brachte ein neues Highlight in die Geschichte der ASG: Die zweite Deutschlandstaffel. Kaum begann die Mauer in Berlin zu bröckeln, da schmiedete man in der ASG bereits die ersten Pläne, nach der Deutschlandstaffel 77 , die von von Nord nach Süd führte nun auch von Westen nach Osten zu laufen. Eine Strecke, die sich am 52. Breitengrad orientierte und von Emmerich am Rhein bis nach Forst an der Neiße führte, ward bald erdacht und wurde in drei Vermessungsfahrten erkundet. So wie schon 1977 wurde wieder ein detailliertes Streckenprotokoll gefertigt, jedoch bei dieser Staffel die Gesamtdistanz in Etappen auf Marathonlänge (42,195 km) aufgeteilt. Wieder- so wie schon 1977- wurde der Ablauf generalstabsmäßig geplant und durchgeführt. ASG- Deutschlandstaffelläufer Horst Gehrmann – auf dem Rad geführt von Markus Dingenotto (verdeckt) und begleitet von Gastläufern aus Quedlinburg und Suhl- überquert bei Bad Harzburg die innerdeutsche Grenze

Doch bei dieser Deutschlandstaffel war eines anders: Es ging in ein für uns bis dato fremdes Land. Also widmeten sich vor allem die Läufer, welche für die DDR- Etappen eingeteilt waren, schon vorher ihrem Steckenabschnitt. So besuchte beispielsweise Burkhard Wodtke, der die Betreuung der Bode-Etappe übernommen hatte, mit seinem gesamten Team vorher bereits die Bürgermeister der zu durchlaufenden Ortschaften, was später beim Ablauf der Staffel zu einem volksfestähnlichen Fluidum auf der Strecke führte.

Am frühen Morgen des 6. April 1990 senkte der Bürgermeister von Emmerich am deutsch niederländischen Schlagbaum bei Bimmen die Flagge zum Start. Und dann ging es 768 Kilometer lang über 18 Marathonetappen bis zum deutsch-polnischen Grenzstein an der Neiße bei dem Örtchen Kleinbademeusel. Am 7. April, nachts um 02,oo Uhr passierte die Deutschlandstaffel das Rathaus der Gemeinde Schloß Holte-Stukenbrock, wo man ihr eine Grußbotschaft an den Oberbürgermeister von Cottbus mitgab. Insgesamt wurden 32 ASG- Läufer eingesetzt; manche Etappen waren zu zweit oder zu dritt besetzt. Insgesamt liefen 500 Gastläufer Teilstücke der Staffel mit. Der ADN berichtete über 10 000 Zuschauer auf dem Gebiet der damals noch bestehenden DDR. Eindrucksvoll wurde die Aufholjagd der jungen ASG-Läufer im letzten Streckendrittel, nachdem die Staffel vorher durch ständigen Gegenwind mit ihren Planzeiten ins Minus gekommen war.
Ein grandioses Finale erwartete die Staffel nach 61 Stunden und 56 Minuten an der Neiße. Die Bürger von Kleinbademeusel hatten ein Volksfest mit Musik, Fackeln und Transparenten vorbereitet, als die  Schlussläuferin Bettina Dingenotto spätabends am Grenzstein anschlug. Die Deutschlandstaffel war mehr als ein sportliches Ereignis; sie wurde zur menschlichen Begegnung zwischen Ost und West.
Das ASG-Team am Ziel der Deutschlandstaffel 90, an der Neiße bei Kleinbademeusel

 


ASG- Finnenbahn-Meeting: Renner in Ostwestfalen

Eine Idee von zwei aktiven ASG-Läufern entwickelte sich in wenigen Jahren zu einem echten Renner: Das Finnenbahn-Meeting. Der Langstreckenläufer Burkhard Wrenger und der Orientierer Horst Gehrmann hatten im Herbst 1993 den Grundgedanken zu einer 90-Minuten Staffel von drei Läufern rund um die Finnenbahn. Sie schrieben ein Computerprogramm für eine zügige Abwicklung dieses Laufes und gewannen schnell den ganzen Verein für ihre Idee. Bereits die erste Veranstaltung wurde ein voller Erfolg, der sich im Laufe der Jahre so sehr steigerte, dass die ASG im sechsten und siebenten Jahr bereits ein Teilnehmerlimit setzen musste. Spitzenläufer aus der Region und auch darüber hinaus, wie der Deutsche Juniorenmeister Alexander Lubina und der ehemalige Deutsche Meister Mark Ostendarp und letztlich sogar 10 000 m- Europameister Jan Fitschen liefen superschnelle Runden um die Finnenbahn. Auch Prominente wie Staatsekretär Günter Koslowski und Landrat Sven Georg Adenauer sowie der wie der damalige Gemeindedirektor Frank Bender, ließen sich in die Finnenbahn-Teams einbauen, um mit den Laufassen zu konkurrieren. Gekonnt bläst unser Bürgermeister Hubert Erichlandwehr alljährlich zum Start des Fiinnenbahn- Meetings ein Trompetensolo.
Das Finnenbahn-Meeting wurde mehrmals von der regionalen Sportpresse als „Event des Jahres“ bezeichnet.
Start zum ersten Finnenbahn-Meeting am 12. Okt. 1994. Noch mit handgemalten Startnummern stürmen die Läufer in die erste Runde. Vorn (Nr.1) der Holter Nils Milde, der zusammen mit seinem Bruder Jörn und dem Lagenser Stefan Herden als Team “Uni Bielefeld” gewann.

 

 


In die Orientierungslauf-WM mit eingebunden

Als der Kreis Lippe den auf Bundesebene ausgeschriebenen Wettbewerb um die Organisation der Orientierungslauf – Weltmeisterschaft 1995 für sich entschied, war die vorher vereinbarte Mitwirkung der fachkundigen ASG- Organisatoren ein wichtiger Faktor für den Zuschlag.

Mehrere Jahre lang gingen viel Energie und Herzblut der ASG in diese Riesenveranstaltung im Nachbarkreis, denn einige wichtige Positionen dieser WM waren durch ASG- Mitglieder besetzt. Peter Gehrmann gehörte als Vizepräsident dem OK an, Erich Montag, Nikolaus Risch, Markus Dingenotto und Toni Stoiber waren Kommissionsleiter im Wettkampfbereich. Horst Gehrmann war Bahnleger( Verantwortlicher für den Kurs) für die wichtige Langdistanz der WM, und Christoph Ingenohl verantwortete den komplizierten Funkverkehr in den lippischen Wäldern. Insgesamt waren über die Hälfte der ASG- Mitlieder in diese Veranstaltung mit eingebunden. Der sportliche Teil der WM 95 wurde zum international gelobten großen Erfolg für den Orientierungssport.

Orientierungssport für Behinderte- von der Pionierarbeit bis zur Austragung von zwei Europameisterschaften

Bereits im Sommer1986 begann die ASG, eine bundesweit erste Initiative, den Natursport Orientierungslauf auch für Körperbehinderte praktikabel zu machen. So fanden im Laufe der folgenden Jahre mehrere Wettbewerbe sowie auch ein bundesweiter Lehrgang in dieser Disziplin des Orientierungssportes statt, den man später international Trail- O nannte. Die Veranstaltungen wurden auf den von der ASG dafür speziell kartierten Kleinstraßennetzen von Liemke, Espeln, Hövelhof und Kaunitz ausgetragen. Beteiligt waren vor allem die Paderborner und Bielefelder Behindertensportgruppen mit ihren Rollstuhlfahrern..

Europameisterschaft 98 im Trail- Orientierungssport. Nach dem zweiten Wettkampftag gab es im Hof des Holter Schlosses eine stimmungsvolle Siegerehrung mit der IOF- Vertreterin Anne Braggins( Bildmitte,stehend) und dem Schirmherrn Europa- Abgeordner Elmar Brok ( 7. von links stehend).

Als die Orientierungslauf WM 95 anstand, band das Organisationskomitee zwei Demonstrationsläufe der noch jungen Disziplin für Körperbehinderte ins offizielle WM-Programm mit ein. Einer der beiden Demonstrationsläufe für diese neue Disziplin im Orientierungssport wurde unter ASG- Regie in Liemke veranstaltet. Die heimische SCW Liemke stellte dazu seine Sportanlage zur Verfügung, und die SCW- Mitglieder wirkten tatkräftig in der Organisation mit. Vom Gelingen des Demo-Laufes beeindruckt trug die Beauftragte für Trail- Orienteering der Internationalen Orientierungs Federation (IOF) der ASG die Organisation einer Europameisterschaft 1998 im Trail-O an. Die ASG sagte zu und bereitete sich gewissenhaft auf die große Aufgabe vor. Bei der Gemeinde wie auch in der örtlichen Geschäftswelt fand sie lobenswerte Unterstützung. Europa- Abgeordneter Elmar Brok übernahm die Schirmherrschaft. Die Trail-O- EM, deren zwei Wettbewerbe im Tönsberg bei Oerlinghausen und im Holter Wald ausgetragen wurden, hatte Teilnehmer aus neun Nationen am Start.

Im Sommer 2002 kam es zu einer zweiten EM- Austragung im Trail-O in Schloß Holte-Stukenbrock, deren Wettkämpfe im Bokelfenn, in Liemke und im Sportpark am Ölbach stattfanden.

In unserem wunderschönen Holter Wald durften wir leider nicht die Deutschen Meisterschaften im Orientierungslauf veranstaltenIm technischen Bereich des Trail- O, vor allem in der Kartenherstellung, setzte die ASG bei idiesen beiden intertnationalen Veranstaltungen neue internationale Maßstäbe Das führte dazu, dass Peter Gehrmann bei der EM 2000 in der Ukraine, der EM 2003 in der Schweiz und bei der WM 2007 in Finnland als International Technical Advisor der IOF eingesetzt wurde.

Leider fanden die Trail-O- Initiativen der ASG im Deutschen Turnerbund, dem deutschen Fachverband für Orientierungslauf, keinerlei Unterstützung, So blieben die Veranstaltungen der ASG bisher Einzelaktivitäten im deutschen Orientierungssport. International hat der Trail- O sich jedoch längst durchgesetzt. Die IOF trägt regelmäßig Weltcdupläufe und Weltmeisterschaften aus.

 

Keine Deutschen Meisterschaften im Holter Wald

Ein Wermutstropfen fiel im Jahr des 25. Vereinsjuibiläums in den Kelch der ASG- Orientierer. Die der ASG für 2001 zugesprochene Deutsche Meisterschaft im Staffel- Orientierungslauf konnte nicht hier in Schloß Holte- Stukenbrock stattfinden, da der Waldbesitzer den Zugang zum Holter Wald für diese Veranstaltung aus grundsätzlichen Erwägungen heraus nicht erlaubte. Die ASG trug als Ersatz dafür im benachbarten Lippe einen Lauf zur Deutschen Staffelliga aus, in den auch die Westfalenmeisterschaften 2001 integriert waren.


 

Deutsche Meistertitel und Weltcuppunkte

Mit dem Fall der Mauer wurde die Konkurrenz im deutschen Orientierungslauf erheblich stärker, denn die DDR- Orientierer waren bis dato ein leistungsstarker und gut geförderter Sportverband. Die Trauben hingen höher, aber die ASG- Orientierungsläufer ließen sich nicht aus der nationalen Spitzengruppe verdrängen. Erich Montag blieb nach wie vor Deutscher Meister seiner Altersklasse und im Elitebereich gewannen die ASG- Nachwuchsleute Martin Klimpel und Björn Risch – so wie vorher schon Horst Gehrmann- beide den Titel eines Deutschen Juniorenmeisters. Im Altersklassenbereich war es in den Neunzigern vor allem Niko Risch, der sich in allen wichtigen Wettkämpfen in der deutschen Spitze zeigte. Leistungsstarke Orientierer stießen zur ASG: Oliver Foeth und Sabine Scholl im Elitebereich sowie die starken Altersläufer Toni Stoiber, Jürgen Jankowski und Eberhard Höfer.

Horst Gehrmann, Kai Strohmeier und Markus Dingenottowurden erstmals 1986 Deutsche Vizemeister im Orientierungslauf. Zwölf Jahre später gelang dem ASG-Eliteteam mit Horst Gehrmann, Markus Dingenotto und Oliver Foeth noch einmal diese Spitzenplazierung auf BundesebeneNoch einmal kam es zu einem Highlight im ASG- Orientierungssport, als Oliver Foeth im Jahr 1996 drei (!) Deutsche Meistertitel gewann: Langstrecke, Kurzdistanz und Klassik. Auch die Staffel feierte Erfolge, als Markus Dingenotto, Horst Gehrmann und Oliver Foeth im Herbst 98 Deutscher Vizemeister wurden und komplettiert durch Björn Risch im internationalen Klassiker „Spring-Cup“ in Dänemark ganz vorn mitmischten und dabei sogar das deutsche Nationalteam hinter sich ließen.


 

Der ASG-Läufer Horst Gehrmann (BildmMitte)  war der einzige westdeutsche Orientierungsläufer, der gegen die starken Junioren der ehem. DDR beim Int. Ostsee-OL einen Sieg errang.



Unter den Top Ten der Orientierungslaufwelt

Karin Schmalfeld aus Halle an der Saale, die in Paderborn studierte, trat mit Beginn ihres Studiums bei der Universität Paderborn in die ASG ein. Sie behielt zwar ihr Startrecht für den Heimatverein BSG Waggonbau Ammendorf bei, aber sie wickelte ihr Training und ganzes sportliches Leben nun in der ASG ab und startete als Leichtathletin für die ASG. Hierbei gewann sie mehrfach größere Volksläufe und siegte u.a. im 1000m Damen Endlauf der Ahorn Late Night in Paderborn. Karin Schmalfeld eroberte im Orientierungslauf die nationale Spitze im Damen- Elitebereich und stieß nach und nach bis unter die top Ten der Weltelite vor. Höhepunkt ihrer sportlichen Karriere war der Gewinn der Silbermedaille bei den World Games 2002 im Orientierungslauf. Sie wurde dreimal in Folge zur Sportlerin des Jahres der Stadt Schloß Holte-Stukenbrock gewählt.






 


Grundlage für die Erfolge der ASG- Orientierer ist das stetige Bemühen des Vereins um ein intensives wie modernes Leistungstraining. Diesem schlossen sich Spitzenläufer benachbarter Vereine wie auch bei den Universitäten Bielefeld und Paderborn studierende Orientierungsläufer an. Unterstützt durch Fördermittel der Stadt Schloß Holte Stukenbrock konnte sich die ASG dafür ein modernes eliktronisches Kontroll- und Zeitmeßsystem für das Orientierungslauftraining beschaffen, welches den positiven Trainingseffekt erheblich förderte.

Vom Spitzensporttraining der Orientierer profitierte auch die Leishtathletikabteilung der ASG. Neben der starken Orientierungsläuferin Karin Schmalfeld profilierte sich hier vor allem der schnelle Sören Riechers, der im Orientierungslauf für die Bielefelder TG startet, jedoch als Leichtatlet für die ASG antritt. Er erzielte beachtliche Ergebnisse im regionalen LA- Bereich.

1997 gewann die ASG die Mannschaftswertung des Hermannslaufes in der Besetzung Oliver Foeth, Horst Gehrmann, Stefan Wittwer, Martin Sprenger und Christian Rossnegger.






 


Medaillen für die ASG bei Internationalen und Nationalen Meisterschaften

 

Internationale Meisterschaften

  • Eberhard Höfer: Orienteering- World Masters- Championships 2009 in Australien, Altersklasse H 70 Silbermedaille im Orientierungslauf- Sprint
  • Peter Gehrmann: Leichtathletik-World Masters Championships 1979 in Finnland, Altersklasse M 40 Silbermedaille im 10 km Crosslauf mit der deutschen Mannschaft





Deutsche Meisterschaften

Deutsche Orientierungslauf-Meisterschaften Einzeltitel:

  • Erich Montag: 14x Altersklassen H 50- 65
  • Peter Gehrmann: 5 x Altersklassen H43- 55
  • Oliver Foeth : 3 x Elite
  • Björn Risch: 3 x Schüler(2) und Junioren(1)
  • Martin Klimpel: 2 x Schüler(1)- und Junioren(1)
  • Horst Gehrmann: 1 x Junioren
  • Wendy Klimpel: 1 x Altersklasse W 50
  • Toni Stoiber: 1 x Altersklasse M 45

 

Deutsche Hochschulmeisterschaften Orientierungslauf:

 

  • Björn Risch, Horst Gehrmann, Markus Dingenotto, Gabor Bobok insges.3 x Deutsche Hochschul- Staffelmeister im Staffel-Orientierungslauf im Team der Uni Paderborn,

 

Deutsche Polizeimeisterschaften

 

  • Peter Gehrmann 1986 Deutscher Mannschaftsmeister(Mittelgebirgskl.) im 20 km Skistreifenlauf ( Polizeibiathlon) im Team des Landes NRW






Staffel/Mannschaft:

  • Schüler: 1 Meistertitel : Björn Risch, Martin Klimpel, Bert Schmidt
  • Jugend : 2 Meistertitel: Björn Risch, Martin Klimpel, Bert Schmidt
  • Elite: 1 x Silber Herren-Elite 1986 Kai Strohmeier, Horst Gehrmann
  • 1 x Bronze Herren-Elite 1990 Martin Klimpel, Horst Gehrmann, Oliver Foeth
  • 1x Silber Herren-Elite 2003 Markus Dingenotto, Horst Gehrmann, Oliver Foeth
  • 1x Gold Damen-Elite 2007 Rebecca Reischuk, Ulrike Dingenotto, Karin Schmalfeld .

Altersklassen- männlich- 7 Meistertitel, insgesamt beteiligt waren:

  • Juris Schmidt, Achim Bader, Peter Gehrmann, Nikolaus Risch, Toni Stoiber, Jürgen Jankowski, Erich Montag, Hans Klimpel, Reinhold Tillmann.

 

Altersklassen-weiblich : 2 Meistertitel:

  • Wendy Klimpel, Hilde Bader, Petra Risch