Geschichte der ASG Teutoburger Wald - Die Deutschlandstaffel

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Die Deutschlandstaffel 77 als erstes Highlight

Bereits das nächste Jahr nach der Vereinsgründung brachte ein bedeutendes Ereignis für den jungen Verein: Die Deutschlandstaffel 77. Fast ein Jahr lang war das ziemlich gewagte Laufabenteuer akribisch vorbereitet worden, nämlich von der deutsch-dänischen bis zur deutsch-österreichischen Grenze in einer 11 x 100 Kilometer  Staffel wettkampfmäßig zu laufen. Am 15. Oktober 1977  gab der Zollvorsteher der Grenzstation Flensburg- Harrislee vor öffentlicher Kulisse den Startschuss zu dieser 1090,7 Kilometer langen Staffel, und dann ging es nonstop bis zum Ammersattel bei Oberammergau. Ununterbrochen Tag und Nacht liefen wir die 1090,7 km von  Grenze zu Grenze... so wie hier Jochen Weißer begleitet von Hubert Monert auf der Deister-Etappe
So  liefen die Deutschlandläufer ihre 100 Kilometer-Etappen:

  • Friesen-Etappe: Albert Hilker/ Günter Anklam , 13, 19 Std.
  • Elbe-Etappe: Eckard Schulz, 12, 09 Std.
  • Heide-Etappe: Werner Thorenmeier, 12, 22 Std.
  • Deister-Etappe: Jochen Weißer, 11, 21 Std.
  • Solling-Etappe:  Peter Gehrmann, 9, 55 Std.
  • Kaufunger Wald- Etappe: Achim Bader, 8, 50 Std.
  • Röhn-Etappe: Manfred Westphal, 10, 30 Std.
  • Main- Etappe: Gerhard Pribbernow: 14, 28
  • Schwaben Etappe: Dieter Dippel, 11, 02 Std.
  • Donau-Etappe: Dieter Streicher, 11,42 Std
  • Alpen-Etappe: Wolfgang Schlüter, 13,08 Std.

Die Organisation klappte reibungslos. Sie war unterteilt in eine mobile Organisation in einem mitfahrenden VW-Bus mit Hans-Eugen Schang, Rüdiger Kahre und Peter Gehrmann, sowie jeweils einem Radbegleiter für die anstehende Etappe. Dazu kam dann noch die Feststation in Schloss holte, wo Brunhilde Gehrmann täglich bis zu 60 Anrufe von Medienvertetern beantworten musste.
Am Abend des 7. Oktober erreichte  die Deutschlandstaffel  nach 126 Stunden und 49 Minuten auf dem Ammersattel bei Oberammergau den österreichischen Schlagbaum. Das Laufunternehmen wurde von vielen Gastläufern und Medienvertretern wie z.B. vom ZDF, Bayerischen Fernsehen, WDR, NDR, Deutschlandfunk, Bunte Illustrierte, begleitet, nachdem vor allem die Frankfurter Allgemeine und die Rheinische Post in großaufgemachten Vorausberichten die Staffel bundesweit bekannt gemacht hatten.
Die Schnellste Einzelzeit der Staffelläufer erzielte Achim Bader mit 8:50 Stunden auf der Kaufunger Wald- Etappe, und für die aufsehenserregendste Leistung sorgte zweifellos der gehbehinderte Gerhard Pribbernow, der die Main-Etappe mit seinem Gehstock in 14:28,50 Stunden zurücklegte.
Die Deutschlandstaffel wurde zum nicht erwarteten Medienspektakel. Auch für die Beteiligten war sie ein großes Sportabenteuer, für einige vielleicht das sportliche Highlight ihres Lebens.

Über die Deutschlandstaffel 77 schrieb Peter Gehrmann damals ein Buch, dessen 1000 Exemplare bereits nach einem Jahr vergriffen waren.  Das Laufunternehmen der jungen ASG fand auf seiner Route mehrere Nachfolgeaktionen und wurde später allgemein als Beginn der Landschafts- Staffelläufe gesehen. Die Deutschlandstaffel stand ohne unser Wissen mehrere Jahre lang als längste Staffel der Welt im Guinnes Buch der Rekorde. Wir hatten diesen Lauf nicht als einen Rekordversuch gesehen, und so war auch niemand auf den Gedanken gekommen,  ihn später im Guinnes Buch zu suchen. Durch einen Zufall, nämlich einen Zeitungsartikel über das Guinness Buch, erfuhren wir erst zwei Jahre später von  der Existenz unserer Staffel im Guinness Buch.

Als kleine Nachlese zur Deutschlandstaffel liefen wir im Frühling des darauffolgenden Jahres eine kleine Staffel nach Niedernstöcken, einem kleinen Ort in der Lüneburger Heide, wo man im Jahr zuvor bei der Deutschlandstaffel nachts mit einem Musikzug am Straßenrand auf den Läufer gewartet hatte, diesen allerdings verpasste weil er zu schnell und schon vorbei war. Die Niedernstöcken- Staffel bestand aus 10 x 10-km Etappen, in die wir damals bereits unsere Nachwuchsläufer eingebaut hatten. Als Gegner gegen diese Staffel fuhr ein ASG-Radvierer, der 4 ½ Stunden später startete und die Laufstaffel noch einholen sollte. Die Radfahrer schafften es auf den letzten 5 Kilometern.