Leistungstest mit Tradition

Hammerharter Tönsberglauf

Durch vielerlei individuelle Herausforderungen und Aktionen versuchen die Läufer/innen im leidigen Corona-Frust die Motivation für das tägliche Training hoch zu halten. Virtuelle Wettkämpfe sind allgemein im Trend. Doch unter welchen Vorzeichen man auch an diese herangeht, die echte Auseinandersetzung gegen reale Gegner können sie nicht ersetzen. Aber eine traditionelle Austragungsart läuferischer Wettkämpfe ist uns unbeeinflusst durch die Pandemie noch geblieben: Der Berglauf im Einzelstart.

Der Tönsberglauf

Einzelstart in Währentrup

Wir möchten daher einmal unseren Tönsberglauf vorstellen, dessen Tradition wir nun bereits seit über zehn Jahre pflegen. Der Tönsberglauf wurde im Sommer 2007 als eine der Disziplinen unseres Ausdauerzehnkampfes geboren. Er führt über eine Länge von 2 906 Metern vom Ortsrand Währentrup bis hinauf zum höchsten Punkt des Tönsberges, der östlich von Oerlinghausen auf dem Hermannsweg, bei der dortigen Schutzhütte liegt. Dabei sind insgesamt 162 Höhenmeter zu bewältigen. (Siehe Streckenskizze!) Wichtig war uns von vornherein eine einfache Merkbarkeit der Strecke, die einen Ausschilderung nicht erforderlich macht sowie ein fester und damit möglichst wetterunabhängiger Laufuntergrund. Außerdem sollte die Anlage der Strecke eine einfache Organisation von läuferischen Aktionen gewährleisten. Es gibt zwei Möglichkeiten der persönlichen Organisation, wenn es darum geht, den Tönsberg „zu packen“.

Zwei Durchführungsversionen

1. Die „genügsame Version“: Man fährt mit dem Pkw bis zum Wanderparkplatz in Währentrup. Von dort trabt man ca. 750 m auf dem Gehweg der Währentruper Str. in Richtung Hörste, Am Ortsrand von Währentrup zweigt nach rechts die Kleinstraße „ Hambusch“ ab. Ca.100 m hinter dem Abzweig befindet sich am „Hambusch“ ein kleiner Parkplatz für max. drei Pkw. Hier, in Höhe eines links liegenden dicken Steines, ist der Start, Man rennt unter Zeitnahme volle Kanne bis zum Zeil an der Tönsberghütte hoch und locker trabend wieder nach Währentrup zurück.

2. Die „lukullische Version“: Man fährt in Oerlinghausen den Tönsberg bis zum Gasthof hinter der Kumstonne hoch, nutzt die Berglaufstrecke rückwärts- bis zum Start in Währentrup als Aufwärmstrecke, keult von Währentrup unter Zeitnahme voll hoch und trabt dann vom Ziel aus locker die nur wenige hundert Meter zum Gaststhof zurück, um sich hier einen leckeren lippischen Pickert reinzuhauen. (Erklärung für Nichtlipper: Der Lippische Pickert ist eine echte Spezialität Ostwestfalens. Die kleinen Pfannenkuchen aus Milch, Mehl, Hefe und Kartoffeln können mit oder ohne Rosinen gebacken werden. Man isst sie entweder herzhaft mit Leberwurst oder süß mit Rübenkraut, Marmelade oder Apfelmus bestrichen)  

Bestenlisten mit Altersangaben

Über die bisherigen Tönsbergläufe, die meistens als Einzelzeitläufe mit Mehrminuten-Startabstand ausgetragen wurden, führen wir seit 2007 eine Bestzeitenliste, in welcher die Tönsberg-Bestzeit eines/ einer jeden/r Läufers/in - versehen mit der Altersangabe - verzeichnet ist. Insgesamt 133 Eintragungen , davon 54 Bestzeiten, befinden sich bis heute in diesem Ranking. Führender bei den Männern ist Christian Teich, der 2012 die Tönsberglaufstrecke in 11: 07 Minuten zurücklegte ( Das war in dem Jahr als Cristian Teich den Elias Sansar beim Luisenturm schlug und darauf beim Hermannslauf Zweiter hinter demselben wurde) Schnellste Zeit bei den Damen erzielte 2009 mit 13:24 Min die Orientierungsläuferin Karin Schmalfeld. Die Trauben hängen also ganz schön hoch beim Tönsberglauf, und man hat dort würdige Konkurrenten, wenn man seine eigene Leistung in die Bestenliste einordnen will. 

Unser Tönsberglauf zur Märzmitte

v.l.nach rechts: Peter Merten, Marcel Voike, David Smyrek, Tobias Hillbrink, Jens Hülsebusch.

Im läuferischen Frust der Corona-Pandemie bietet die Tönsberglaufstrecke eine sehr gute Möglichkeit gegen die Bestzeiten der bisherigen Tönsbergläufer/innen anzurennen. Wir unternahmen das zur Märzmitte durch eine interne Zweitageaktion innerhalb des „Vereinsübergreifenden Lauftrainings“, welche bei den Beteiligten sehr gut ankam. Im Startabstand von sieben Minuten und unter Einsatz unserer elektronischen Zeitmess-Feldanlage Sport-Ident nahmen an zwei Terminen jeweils elf Bergläufer/innen die Tönsbergstrecke unter die Füße. Die schnellsten Zeiten bei den Männern erzielten Christoph Prunsche, TuS Lübbeke (12:04), David Smyrek, TriSport Verl (12:30) und Thomas Johannhörster, ASG Teutoburger Wald, (13:15) während bei den Damen die Triathletinnen Astrid Selker (16:52) und Lena Lees Bussemas (17:30) vorn lagen.

Noch eine Rechnung offen….

Der Tönsberg-Einzellauf ist eine echte sportliche Herausforderung, vor allem jetzt im allgemeinen Corrona-Frust. Wir beabsichtigen, unseren Tönsberglauf als Trainingseinheit unter strikter Beachtung der Pandemieregeln demnächst zu wiederholen. Die Läufer/innen sind einfach „heiß“ darauf. Jens Hülsebusch, der beim letzten Berglauf als Vierter ins Ziel kam, kommentierte das auf seine eindeutige Weise: „Ich habe mit diesem Tönsberg noch eine Rechnung offen“. Unser geplanter nächster Tönsberg-Einzellauf wird also keine öffentliche Veranstaltung sein, zu der jedermann melden kann, sondern muss eine interne Trainingsmaßnahme innerhalb der Trainingsgruppe “Vereinsübergreifendes Lauftraining in SHS“ bleiben. Wir möchten aber dazu anregen, im Rahmen des eigenen Vereinstrainings einen Tönsberglauf als Trainingseinheit nach bewährtem Muster durchzuführen.